powered by stimme.de Ein Angebot von
stimme.de
Fußball in Baden-Württemberg
Dienstag, 26. Juni 2012

Top-Meister und Abstieg mit Ansage

Von Werner Grässle

Fussball - Die Saison 2011/2012 in der Kreisliga Sinsheim ist Geschichte. Ob aber ein Schlussstrich unter die abgelaufene Punkterunde gezogen wird, das erweist sich erst am 9. Juli auf dem Kreistag in Reichartshausen.


 

Top-Meister und Abstieg mit Ansage

Diese jungen Fans hatten allen Grund, die Fahne ihres TSV Obergimpern hoch zu halten. Mit 15 Punkten Vorsprung wurde der Club Meister der Kreisliga Sinsheim und kickt künftig in der Landesliga Rhein-Neckar.Foto: Archiv/Krüger 

Das Fußballjahr hat seine Spuren hinterlassen. Schrammen werden bleiben. Über das Hickhack der Terminierung der Relegationsspiele ist nun wirklich ausgiebig diskutiert worden. Nicht nur der FVS Sulzfeld ist das Opfer. "Das ist wahrlich keine schöne Geschichte. Hier hat die gesamte Kreisvorstandschaft kein gutes Bild abgegeben", meint zumindest Anja Mathis von der SG Kirchardt. Timo Britsch als Pressesprecher des SV Treschklingen bläst ins gleiche Horn. "Ohne eine Vereinsbrille aufzuhaben muss ich doch dem FVS Sulzfeld recht geben. Die Sulzfelder haben alles richtig gemacht. Man kann doch nicht beide Mannschaften eines Vereins am selben Tag in die Relegation schicken. Da hätten wir uns auch gewehrt."

Ansonsten ist Britsch mit dem Abschneiden seines SV Treschklingen am Ende dieser Saison nicht ganz zufrieden: "Wir hatten Glück, dass mit dem VfL Mühlbach und dem TSV Steinsfurt noch zwei schlechtere Mannschaften mitspielten, sonst wären wir vielleicht auch noch in die Bredouille gekommen."

Luft immer dünner Dass es den VfL Mühlbach in diesem Jahr erwischen würde, davon ging auch Anja Mathis aus. Drei Jahre lang hatten sich die Steinmetze erfolgreich gegen den drohenden Abstieg gewehrt, bis die Luft zum Überleben in dieser Spielklasse für Jürgen Echtenacher und sein Team immer dünner wurde. Vom neunten Spieltag an befanden sich die Mühlbacher zunächst noch auf dem Relegationsplatz, ab dem 17. Spieltag auf dem Direktabstiegsplatz.

Der TSV Steinsfurt hätte sich dagegen beinahe, wie ein Jahr zuvor, wieder selbst über die Relegation aus dem Schlamassel gezogen, unterlag im Entscheidungsspiel aber dem A-Liga-Vizemeister FV Elsenz mit 1:2 und muss nun im nächsten Jahr eine Klasse tiefer antreten.

Diesen tiefen Absturz hatten Spötter auch der SG Kirchardt prophezeit. "Viele hätten uns gerne von der Landesliga bis ganz nach unten durchgereicht. Wir haben unsere Kritiker aber Lügen gestraft", freut sich Anja Mathis über die am Ende doch erfreuliche Rückrunde, die ihre Mannschaft hinlegte. SG-Trainer Peter Pitz hatte nach gewissen Anlaufschwierigkeiten doch das richtige Rezept gefunden und sein Team in die Erfolgsspur zurückgeführt. Am Ende sprang für die SG Kirchardt ein doch zufriedenstellender elfter Platz heraus.

Vom vorhergesagten Zweikampf an der Tabellenspitze ist allerdings nicht viel übrig geblieben. Mit 15 Punkten Vorsprung sicherte sich der TSV Obergimpern überlegen die Meisterschaft und damit den Direktaufstieg in die Landesliga Rhein/Neckar. Lediglich an drei Spieltagen stand die Richter-Truppe nicht auf Platz eins. 25 der 30 Partien konnten die Obergimperner erfolgreich für sich gestalten, wobei ihr Paradesturm nur knapp an der 100-Tore-Marke vorbei schrammte.

2:0-Sieg Der TSV Reichartshausen darf sich als einziges Team rühmen, den neuen Meister bezwungen zu haben. Ob der 9. Oktober 2011 nach dem 2:0-Heimsieg allerdings als historischer Tag seinen Platz in den Reichartshäuser Annalen finden wird, darf man doch bezweifeln. "Der Sieg war nichts Besonderes. Der TSV Obergimpern ist nicht so stark wie es aussieht", redete jedenfalls der Reichartshäuser Vorsitzende Manfred Elberth den Heimerfolg seiner Mannschaft etwas klein. Timo Britsch sieht das anders: "Die Leistung des TSV Obergimpern fordert meinen Respekt ab. Hochachtung vor solch einer tollen Truppe, die verdient Meister geworden ist."

Dem FVS Sulzfeld blieb erneut der undankbare zweite Platz. Wieder einmal ist man in der Aufstiegsrelegation gescheitert. Wieder ein verlorenes Jahr. Ein Lehrjahr absolvierte auch die zweite Mannschaft des VfB Eppingen. Lange Zeit spielte der Neuling als Aufsteiger an der Tabellenspitze groß mit, schmierte in Personalnot gegen Ende der Runde aber auf den sechsten Tabellenrang ab und machte Platz für die aufstrebenden Teams SV Rohrbach/S., TSV Helmstadt und SG Waibstadt. Der TSV Kürnbach blieb dagegen auf Platz elf weit hinter den Erwartungen zurück. Wie Treschklingen, wobei Timo Britsch der Konkurrenz für die kommende Saison schon mal verspricht: "Der SV Treschklingen wird wieder besser spielen." Wann? Vielleicht im nächsten Jahr.