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Fußball in Baden-Württemberg
Dienstag, 26. Juni 2012

Sylaj-Brüder zu ASGI Schorndorf

(gni). Matthias Fischer ist sauer. Der Abteilungsleiter des Landesligisten SV Fellbach verliert mit Kujtim Sylaj seinen erfolgreichsten Torschützen, obwohl der schon sicher für die kommende Saison zugesagt hatte. VfL Winterbach und FSV Waiblingen geht’s nicht anders. Dort spielen Kujtims Brüder Fatmir und Faton.


Sylaj-Brüder zu ASGI Schorndorf

Fußball: Fellbach und Winterbach sauer: Sie hatten bei uns schon fest zugesagt

13 Tore hat Kujtim Sylaj für den SV Fellbach erzielt, keiner im Team war in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit erfolgreicher gewesen. Für die Fellbacher war der Spieler ein wichtiger Eckstein in der neuen Mannschaft. Jetzt müssen sie umdenken. Kujtim Sylaj hat dem Verein die Abmeldung geschickt, wechselt zum Bezirksliga-Neuling ASGI Schorndorf. Matthias Fischer, Abteilungsleiter des SVF, ist sauer, weil Sylaj ihm schon für die nächste Saison zugesagt hatte. Fischer gegenüber der Fellbacher Zeitung: „Wenn das so weitergeht, brauchst du nicht mehr planen.“ Zuvor war ihm das schon mit Dionis Kelmendi so ergangen, der sich – für den SVF überraschend – zum VfB Neckarrems verabschiedet.

Nicht weniger überrascht war beim VfL Winterbach Abteilungsleiter Uli Padutsch, als ihm die Abmeldung von Fatmir Sylaj auf den Tisch flatterte. „Dabei war er der Erste bei uns, der für die nächste Saison zugesagt hat“, sagt Padutsch. „Für mich gibt’s nur den VfL, hat er gesagt.“ Sylaj wohnt nur ein paar Meter vom Sportgelände entfernt.

Sylaj Nummer drei, Faton, kickt beim Landesligisten FSV Waiblingen. Beziehungsweise kickte. Auch er schließt sich ASGI Schorndorf an, hatte allerdings beim FSV nicht zugesagt.

Damit hat der Kreisliga-A-I-Meister drei Topleute angeheuert und die Konkurrenz fragt sich: Wie können Spieler, die in höheren Klassen zum Stammpersonal zählen, freiwillig nach unten gehen. Die Antwort geben sie immer auch gleich selbst: Die werden wohl gut bezahlt werden.

ASGI-Spielertrainer Fabio Gaudio allerdings beschreibt die Situation völlig anders: Kujtim und Fatmir hätten bei ihren Vereinen nicht zugesagt gehabt. Sie kämen auch nicht aus finanziellen Gründen, denn: „Wir haben kein Geld.“ Im Winter noch sei die finanzielle Situation äußerst prekär gewesen. Außenstehende behaupten, der Hut sei herumgegangen. Gaudio sagt: „Die drei bekommen bei uns nicht einmal die Hälfte von dem, was sie vorher bekommen haben.“

Die drei Sylajs kämen aus drei Gründen zu ASGI. Zum einen, weil sie Gaudio von Kindesbeinen an kennen, zum zweiten weil sie einmal zusammen in einer Mannschaft kicken wollten und zum dritten wegen der guten Entwicklung bei den Italienern in Schorndorf. Gaudio: „Mir tut es leid für die anderen Vereine, aber ich muss nach uns schauen.“

So denken die meisten Vereine und deshalb wird Uli Padutschs Vorschlag wohl auch letztlich nur Wunschdenken bleiben. „Normal müssten sich die Vereine gegenseitig informieren“, meint Uli Padutsch. Die Kicker spielen die Vereine gegeneinander aus, die Vereine wissen oft nichts von früheren Zusagen. Mit einer Rückfrage ließe sich das klären. Erfährt der anfragende Verein, dass der Spieler schon zugesagt hat, müsste er das akzeptieren. Nur so könnten die Vereine sich wehren gegen solche Spieler.

Funktionieren würde das allerdings nur, wenn sich wirklich alle Vereine daran hielten. Die Realität ist eher eine andere. Deshalb, so Padutsch, muss „man bis zum 30. Juni zittern“. Dann endet die Wechselfrist. Wird ein Spieler allerdings Vertragsamateur, ist eine Veränderung noch bis zum 31. Juli möglich.