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Fußball in Baden-Württemberg
Sonntag, 24. Juni 2012

SV Haisterkirch ist die Torfabrik

schwaebische.de


SV Haisterkirch ist die Torfabrik

HAISTERKIRCH / sz - Sie sind hingefallen, sie sind aber wieder aufgestanden. Besser könnte man den Aufstieg des SV Haisterkirch nicht umschreiben. Nach zehn Jahren Abwesenheit kehrt der SV H wieder in die Bezirksliga zurück. Am letzten Spieltag stolperte die Mannschaft von Trainer Michael Buchter noch über seine eigenen Beine, verspielte auf eigenem Terrain den schon sicher geglaubten Titelgewinn in der Kreisliga A I und wurde buchstäblich in letzter Minute vom SV Bergatreute abgefangen. Doch der SV Haisterkirch hatte seine Wunden schnell geleckt, bekam eine zweite Chance, spielte eine makellose Relegation und schaffte nach Siegen gegen Maierhöfen-Grünenbach und den VfB Friedrichshafen II ohne Gegentor doch noch den Aufstieg.

Letzte Niederlage im September

Der SV Haisterkirch marschierte durch die Pflichtspielrunde mit klarem Kurs in Richtung Meisterschaft. Die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel datierte vom 25. September 2011. Damals verlor der SV Haisterkirch am 7. Spieltag beim FV Waldburg mit 1:3. Danach folgte eine Serie von 18 Spielen ohne Niederlage. Zu Hause hatte Haisterkirch bis zum letzten Spieltag überhaupt noch keine Partie verloren. Immer im Nacken den SV Bergatreute. Mit einem Punkt Vorsprung gegenüber dem SV Bergatreute ging es in den letzten Spieltag, es war also alles hergerichtet für den finalen Tag zu Hause gegen den SV Vogt. Dass das Ding doch noch in die Hose gehen könnte, daran verschwendete wohl keiner einen Gedanken. Am Ende aber scheiterten sie an ihrer eigenen Courage. 0:1 hieß es nach neunzig Minuten, der ärgste Widersacher SV Bergatreute siegte in Aulendorf, die Meisterschaft war futsch. „Nach dem Gegentor waren wir wie gelähmt, die Luft war raus,“ so das Resümee von Trainer Michael Buchter nach dem Spiel. Der Verein und die Mannschaft waren im kollektiven Schockzustand. „Wir waren am Boden, wir hatten uns viel ausgerechnet, waren unserer Sache zu sicher, “ sagt Michael Buchter, der auch nebenbei noch Abteilungsleiter Fußball des SVH ist. 106 Tore hatten sie bis dahin erzielt, mehr schaffte keiner der 44 A-Ligisten in den drei Staffeln im Bezirk Bodensee. „Fußball ist eben manchmal doch auch Kopfsache“, ist sich Buchter sicher.

Buchter richtete in kürzester Zeit seine Spieler wieder auf und setzte angesichts der vertanen Meisterschaft auf eine „Jetzt-Erst-Recht-Mentalität.“ Seine Mannschaft ließ dem entgangenen Titelgewinn eindrucksvoll Taten und Ergebnisse folgen. Einem klaren 5:0-Sieg gegen den SV Maierhöfen-Grünenbach in der ersten Runde, folgte ein 3:0-Sieg gegen den Bezirksligisten VfB Friedrichshafen II. Wer so eindrucksvoll zurückkommt, der hat es am Ende auch verdient, ganz oben zu stehen. Nimmt man das letzte Rundenspiel gegen den SV Vogt noch mit, dann wollten knapp 1500 Zuschauer die drei Endspiele mit Haisterkircher Beteiligung sehen. Die Relegation hat nichts von seinem Reiz verloren. Alle acht Tore in der Relegation machte das Sturmduo Jakob Schuschkewitz und Thomas Frick. Die beiden trugen zu dieser Erfolgsgeschichte maßgeblich bei. 68 Tore erzielten beide in der laufenden Runde, wobei bei den 40 Treffern von Schuschkewitz kein einziger Strafstoß dabei war. Alle Tore erzielte er aus dem Spiel heraus. Ausdrücklich lobte der Trainer den großen Zusammenhalt und die gute Kameradschaft innerhalb der Mannschaft.

Auch nach dem Aufstieg in die Bezirksliga möchte der Verein seinen Prinzipien treu bleiben. „Wir sind ein ländlicher Verein, wo es nicht das große Geld zu verdienen gibt“, sagt Michael Buchter in seiner Eigenschaft als Abteilungsleiter.

Als Ziel gibt er, wie es sich für einen Aufsteiger gehört, den Klassenerhalt aus. „Wir müssen schauen das wir so schnell wie möglich die 40 Punkte holen.“ Mit dieser Mannschaft, die komplett samt Trainer zusammen bleibt, müsste das eigentlich möglich sein.