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Fußball in Baden-Württemberg
Mittwoch, 20. Juni 2012

So schnell geht’s: Promi für einen Tag

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

Promi werden ist ganz einfach. Das merken am Montagabend die Kicker aus dem Schorndorf-Allstarteam. Man muss sich nur mit den richtigen Mitspielern umgeben, als Team Elber&Friends antreten, schon kommt man mit dem Autogrammschreiben gar nicht mehr hinterher. Und ob auf den T-Shirts nachher Elber, Bobic oder Bihlmaier steht – kann eh keiner mehr entziffern.


So schnell geht’s: Promi für einen Tag

Fußball: Autogrammjäger begnügen sich beim Benefizspiel in Schorndorf nicht mit den Namenszügen von Elber, Bobic und Balakov

Die Erinnerung an ein tolles Erlebnis aber bleibt – auch für die Nationalmannschaft der Spitzenköche und Restaurateure; trotz der 2:9-Niederlage gegen Elber&Friends sind auch sie – ziemlich – glücklich. Haben sie doch dazu beigetragen, dass Giovane Elbers Hilfsverein zu der knappen Million, die er bisher schon erarbeitet und in sein Ausbildungsprojekt für Favelakinder in Brasilien gesteckt hat, nach ersten Schätzungen weitere rund 12 000 Euro hinzufügen kann. Über den gleichen Betrag kann sich die Sprachförderung in Schorndorf freuen, jeweils 1000 Euro gehen an die Fußball-Jugendabteilungen der SG Schorndorf (als ausrichtender Verein) und des VfL Winterbach, weil der VfL Ausgangspunkt des Elber-Hilfsvereins.

Das magische Dreieck Giovane Elber, Fredi Bobic und Krassimir Balakov hat nach dem Spiel alle Mühe, sämtliche Autogramm-, Interview- und Fotowünsche zu erfüllen. Beim gemeinsamen Abschlussbild beider Teams kommen die sich vor wie in der Champions League: mehr Fotografen als Kicker.

Glückliche Gesichter allerorten. Helmut Büber vom Elber-Hilfsverein: „Viele sind auf mich zugekommen und haben sich spontan für die tolle Veranstaltung bedankt.“ Dabei steht am Anfang erst einmal die gnadenlose Auslese: Wer darf in die Startformation von Elber&Friends?

Cheforganisator Jürgen Rösch, Abteilungsleiter der SG Schorndorf, kennt kein Pardon mit den Starkickern. „Zu spät kommen kostet eine Runde Pils.“ Ausnahmsweise erst nach der Begegnung. Und: „Hat sich der Elber gut warm gemacht? Okay, dann spielt er von Anfang an.“ Nicht so gut kommt Fredi Bobic weg. „Gell, der schwätzt lieber.“ Er bekommt die Nummer acht: „Da musst du mehr laufen.“ Die Zehn ist für Krassimir Balakov reserviert und Silvio Meißner benötigt sowieso keine spezielle Nummer dafür, dass er ein bisschen mehr läuft als die anderen.

Und Kugelblitz Ailton? Manni Bender? Andi Möller? Ale angekündigt, keiner ist t aufgetaucht. Obwohl Bender sogar ein Hotelzimmer reserviert hat.

Aber die braucht’s ohnehin nicht. Das magische Dreieck lässt den Ball laufen und nimmt’s mit der Verwertung der vielen Chancen nicht ganz so genau. Was VfB-Manager Bobic von seinem Angestellten Sven Ulreich einen Rüffel einbringt: „Da muss noch mehr kommen“, meint der VfB-Torwart am Spielfeldrand.

Immerhin hat sein Chef offenbar Ehrgeiz. Als er in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden soll, verweigert er. Er ist schließlich Elber (fünf der neun Tore) gegenüber noch drei Treffer im Rückstand. Um aufzuholen aber ist Einsatz nötig. Als ein Pass von Silvio Meißner misslingt und Bobic einen weiten Weg gehen muss – immerhin zeigt das Thermometer über 30 Grad an – muss er sich auch noch den Kommentar von Abwehrchef Klaus Bihlmaier anhören: „Gut Silvio, lass ihn laufen.“ Schließlich trägt er ja die Nummer acht.

Dann aber lässt sich auch Bihlmaier auf einen „Sprint“ in Richtung gegnerisches Tor ein. Schließlich war er mal – vor laaanger Zeit – Stürmer. Der Ausflug allerdings endet erfolglos, den Rückmarsch beobacht Jürgen Schlegel, der Arzt im Elber&Friends-Team mit sorgenvoller Mine.

Aber irgendwann ist auch Bihlmaier wieder zurück in seiner Abwehr und irgendwann endet auch das Spiel. Ein Spiel, an das sich alle gerne erinnern werden. Auch Heinz Lochmann. Der Kinochef hat Fußball vorher lieber von außen beobachtet. Jetzt aber hat er ein unschlagbares Argument in der Hand. Wenn ihm mal wieder einer sagen will, dass er keine Ahnung vom Fußball habe, kann er locker parieren. „Ich hab schon mit Elber, Bobic und Balakov gekickt. Du auch?“