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Fußball in Baden-Württemberg
Donnerstag, 21. Juni 2012

Enttäuschende Saison

Von Nicole Theuer

Fußball - Bad Rappenau ist eine weit über die Grenzen des Kraichgaus bekannte Kurstadt. Seit Mai gibt es einen Patienten mehr, dessen Heilung aber nicht mit Kneipp-Kuren oder Physiotherapie zu bewerkstelligen ist: Der VfB Bad Rappenau, vor Jahren in der Kreisliga, die damals noch Bezirksliga hieß, beheimatet, konnte am Saisonende den Abstieg in die Kreisklasse B 1 Sinsheim nicht verhindern.


 

Enttäuschende Saison

"Natürlich knabbert jemand wie ich, der so lange dabei ist, schon daran."

Dennis Försching, VfB-Trainer

 

"Inzwischen hat sich die Enttäuschung etwas gelegt", sagt VfB-Trainer Dennis Försching. "Aber natürlich knabbert jemand wie ich, der so lange dabei ist und dem Verein so verbunden ist, schon daran. Das Gute ist, dass wir die Planungen für die neue Saison machen und deshalb unseren Blick nach vorne richten." Gab es für den erfahrenen Übungsleiter, der selbst lange für den VfB aktiv war, einen Knackpunkt in der Saison? "Sicherlich die Heimniederlage gegen den TSV Michelfeld II. Danach war klar, dass es soweit kommen könnte."

Punkte fehlten

Nach einer kurzen Phase der Leere, krempelte man im Waldstadion die Ärmel hoch. "Die Mannschaft hat den Abstiegskampf angenommen, wir haben das Michelfeld-Spiel noch mal genau analysiert und bilanziert." Letztendlich zum Verhängnis wurde es dem Traditionsverein, "dass es gegen die Oberen immer besser gelaufen ist als gegen unsere Mitkonkurrenten." Die Sechs-Punkte-Spiele konnten nicht siegreich gestaltet werden, Punkte, die am Ende fehlten.

Die Weichen für die kommende Spielzeit sind gestellt. Tapio Ferdinand verlängerte seinen Vertrag als Kompagnon von Försching nicht und schloss sich der SG Gundelsheim an und Timucin Fantazi zieht es zu einem Verein in Wohnortnähe. "Er kam im vergangenen Jahr immer aus Balingen angereist, da war es zu erwarten, dass er sich einen Verein in der Nähe suchen würde." Zum Alleinunterhalter wird Försching aber nicht. Gerald Rockstuhl kehrt nach einer Auszeit auf die Trainerbank zurück. "Er kennt den Verein und die Jungs und ist voller Elan", so Försching.

Dem Abstieg gerade noch einmal von der Schippe gesprungen ist dagegen der 1. FC Stebbach. "Die Saison war enttäuschend", macht Stebbachs Übungsleiter Arpad Huber aus seinen Gefühlen keinen Hehl. "Unser Abschneiden hat viele Gründe, wie die personelle Schwächung, die Abgänge und weitere Faktoren. So haben wir beispielsweise Patrick Stoll gedanklich für die linke Seite eingeplant gehabt, doch wegen seines Studiums steht er uns nicht zur Verfügung. Wie wichtig er gewesen wäre, zeigt sich daran, dass er in der Mannschaft seines Studienortes zu den besten Torschützen gehört."

Zitterpartie

Auch Mario Lichtenegger hatte die Fußballschuhe in die Ecke gestellt und Jürgen Zakel stand aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. "Dazu kam eine mangelhafte Trainingsbeteiligung, so dass wir die personellen Schwächungen nicht kompensieren konnten." Am Ende retteten sich die Kleeblätter auf den elften Rang, musste jedoch auf Grund der Tabellenkonstellation bis zum letzten Spieltag zittern.

Auffällig war die Auswärtsschwäche. Von 45 möglichen Punkten wurden gerade mal zehn geholt, es gab in 15 Spielen nur drei Siege und ein Unentschieden, dafür aber elf Niederlagen und 19:44 Tore. Nur gut, dass es zuhause in Stebbach besser lief. Sechs Siege und sechs Niederlagen, drei Punkte kamen durch drei Unentschieden auf der Habenseite dazu. Letztendlich gab es zuhause von 45 möglichen Punkten 21. Doch die Stebbacher waren defensivschwach und kassierten bei 31 eigenen Treffern 34 Gegentore. So schlossen sie ihre Heimbilanz mit einem neunten Rang ab.