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Fußball in Baden-Württemberg
Samstag, 16. Juni 2012

"Diese Plakate waren unterste Schublade"

Fussball - An diesem Samstag ist Rundenabschluss. Mit einem gemeinsamen Essen endet für den Fußball-Kreisligisten FVS Sulzfeld eine nervenaufreibende Spielzeit mit zwei Vizemeisterschaften für die erste und zwei Mannschaft. "Dann machen wir einen Punkt unter diese Saison", sagt Vorsitzender Bernd Hildebrand in einem Gespräch mit unserem Redakteur Eric Schmidt.


 

"Diese Plakate waren unterste Schublade"

Enttäuscht: Vorsitzender Bernd Hildebrand (rechts) und Trainer Roland Kuhmann konnten auch mit der zweiten Mannschaft nicht aufsteigen.Foto: Klaus Krüger 

Fussball - An diesem Samstag ist Rundenabschluss. Mit einem gemeinsamen Essen endet für den Fußball-Kreisligisten FVS Sulzfeld eine nervenaufreibende Spielzeit mit zwei Vizemeisterschaften für die erste und zwei Mannschaft. "Dann machen wir einen Punkt unter diese Saison", sagt Vorsitzender Bernd Hildebrand in einem Gespräch mit unserem Redakteur Eric Schmidt.

Herr Hildebrand, wie haben Sie vom Landesliga-Aufstieg des SC Rot-Weiß Rheinau erfahren?

Bernd Hildebrand: Aus der Zeitung.

Eigentlich hätte es der FVS Sulzfeld sein können, der sich in der Relegation durchsetzt.

Hildebrand: Im Vorfeld war eigentlich klar: Wer das Spiel Sulzfeld - Rheinau gewinnt, wird auch das Relegationsfinale gewinnen und aufsteigen. Im Nachhinein ist es natürlich umso ärgerlicher, dass wir es nicht waren. Aber man braucht da gar nicht drüber zu diskutieren: Wir haben gegen Rheinau nicht gut gespielt und zu keiner Zeit unsere Leistung abgerufen. Die Mannschaft war gehemmt, man hatte den Eindruck, dass sie überhaupt kein Risiko eingehen will. Und dann macht man solche Fehler, kassiert nach dem 1:1-Ausgleich gleich das 1:2.

Auch die zweite Mannschaft ist als Vizemeister in der Relegationsrunde gescheitert - gegen den SV Daisbach, in der A-Liga-Qualifikation.

Hildebrand: Das ist fast noch ärgerlicher. Die zweite Mannschaft hätte es im Spiel gegen den SV Daisbach wirklich verdient gehabt. Wir waren vom Spielerischen, vom Läuferischen klar überlegen. Aber letztlich hat der Goalgetter gefehlt, der erfolgreiche Abschluss.

Im Vorfeld gab es einen ziemlichen Hickhack um die Terminierung der Relegation. Nach einem Antrag des FVS wurde das Relegationsspiel der zweiten Mannschaft verschoben. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der FVS nun als Buhmann im Kreis Sinsheim da steht.

Hildebrand: Ja, den Eindruck habe ich ehrlich gesagt auch. Und ich finde, das kann man nicht so stehen lassen. Ich weiß auch nicht, warum wir der Buhmann sein sollen. Wir haben etwas gemacht, was ganz normal ist, was wahrscheinlich 99 Prozent aller Vereine hier auch so gemacht hätten. Wir haben sechs Wochen vor der Relegation darauf hingewiesen, dass es zu der besonderen Konstellation kommen kann, dass unsere erste und zweite Mannschaft an ein- und demselben Tag ein Aufstiegsspiel bestreiten. Man wusste also lange vorher Bescheid. Deshalb habe ich auch den ganzen Aufruhr nicht verstanden.

Daisbacher Fans haben den Kreisvorsitzenden Herwig Werschak auf einem Plakat als "Dolle Marionette" verspottet - als Marionette von Sulzfelds Trainer Gerd Doll.

Hildebrand: Was der SV Daisbach da gemacht hat, geht gar nicht. Ich fand" es beschämend und geschmacklos, solche Plakate aufzuhängen. Das war unterste Schublade. Ich hätte da nicht zugeschaut. Wenn ich als Vorsitzender des SV Daisbach das gesehen hätte, hätte ich gesagt: "Die Dinger kommen weg!" Da wurde nur Öl ins Feuer gegossen.

Sulzfeld hat nichts falsch gemacht?

Hildebrand: Wir haben nichts Unrechtes getan. Wir haben nur auf einen besonderen Umstand hingewiesen. Wir haben die Interessen des Vereins und letztlich auch des Kreises vertreten. Außerdem standen wir in Kontakt mit dem Badischen Fußballverband. Wir wussten, was wir machen können und welche Rechte wir haben. Es kann einfach nicht sein, dass ein Verein mit zwei Mannschaften am selben Tag zwei Relegationsspiele austrägt. Letztlich - das muss man so sagen - hat sich der Fußballkreis Sinsheim wieder einmal lächerlich gemacht im Verband.

Und Gerd Doll?

Hildebrand: Er hatte mit dieser ganzen Aktion nichts zu tun. Überhaupt nichts. Es ist nur schade, dass die eigentlichen Verantwortlichen im Fußballkreis den Schwanz einziehen - und Herwig Werschak jetzt plötzlich der Sündenbock ist. Herwig Werschak, der den ganzen Spielbetrieb und damit auch die Terminierungen delegiert hat, hat versucht, das zu retten, was zu retten ist. Er ist in der Führungsriege des Kreises der einzige, der richtig reagiert hat.

Am 9. Juli ist Kreistag. Es wird einiges zu besprechen geben, oder?

Hildebrand: Auf jeden Fall. Dass an einem Osterwochenende kein Fußball gespielt wird, wie es in diesem Jahr der Fall war, das kann nicht sein. Aber an dieser Sache war nicht der Kreis schuld. Das ist vor allem eine Sache, die sich die Vereine selber auf die Fahne schreiben müssen.

 

 

"Diese Plakate waren unterste Schublade"

"Beschämend und geschmacklos": Das "Dolle-Marionetten"-Transparent hat die Verantwortlichen des FVS Sulzfeld geärgert.Foto: Klaus Krüger